Maschinenverordnung

Digitale Betriebsanleitung nach Maschinenverordnung: So setzen Sie sie richtig um

Ab dem 20. Januar 2027 dürfen Hersteller Betriebsanleitungen digital bereitstellen. Das spart Druck, Versand und Versionschaos – wenn die Bedingungen erfüllt sind.

Stand: 19. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Was die Maschinenverordnung erlaubt

Unter der bisherigen Maschinenrichtlinie musste die Betriebsanleitung grundsätzlich auf Papier beiliegen. Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 erlaubt nun ausdrücklich, Betriebsanleitungen und Informationen in digitaler Form bereitzustellen – mit einigen Bedingungen und Ausnahmen.

Die Bedingungen im Detail

  • Zugang angeben: Auf der Maschine oder – wenn das nicht möglich ist – in einem Begleitdokument muss stehen, wie die digitale Anleitung abgerufen werden kann.
  • Herunterladen und drucken: Die Anleitung muss in einem Format vorliegen, das sich auf einem Endgerät speichern und ausdrucken lässt.
  • Dauerhaft verfügbar: Online zugänglich während der erwarteten Lebensdauer der Maschine, mindestens aber 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen.
  • Papier auf Anfrage: Verlangt der Käufer beim Kauf eine Papierfassung, ist sie kostenlos bereitzustellen – innerhalb eines Monats.
  • Ausnahme Verbraucher: Ist die Maschine für nicht-gewerbliche Nutzer bestimmt, müssen die für die sichere Inbetriebnahme und Nutzung wesentlichen Sicherheitsinformationen auf Papier beiliegen.

Unverändert gilt: Die Anleitung muss in der Sprache des Verwendungslandes vorliegen. Auch die EU-Konformitätserklärung kann über eine in der Anleitung genannte Internetadresse bereitgestellt werden.

Typische Fehler bei digitalen Anleitungen

  • PDF auf der Website: Nach dem nächsten Relaunch sind Links und Dateien weg – die 10-Jahres-Pflicht ist verletzt.
  • Keine Versionszuordnung: Der Kunde findet die aktuelle Anleitung, nicht die für seine Maschine von 2027.
  • QR-Code auf eine Startseite: Der Nutzer muss suchen, statt direkt bei seiner Maschine zu landen.
  • Nur Englisch online: Sprachfassungen fehlen oder sind nicht synchron.
  • Kein Prozess für Papier auf Anfrage.

So setzen Sie es in der Praxis um

  1. Feste Adresse pro Maschine: Ein QR-Code auf dem Typenschild führt per Seriennummer direkt zur passenden Dokumentation.
  2. Unveränderliche Versionen: Jede ausgelieferte Revision bleibt abrufbar, Updates werden als neue Version ergänzt.
  3. Druckbare Fassung aus derselben Quelle: HTML für die Nutzung am Gerät, PDF zum Speichern und Drucken.
  4. Alle Sprachen synchron: Übersetzte Bausteine werden wiederverwendet, damit jede Sprachfassung denselben Stand hat.
  5. Betrieb absichern: Hosting, Backups und Verfügbarkeit über mindestens 10 Jahre – unabhängig von Website-Relaunches.

Digitale Anleitung mit proquodo

Mit proquodo entsteht die Anleitung aus Ihren Konstruktionsdaten und wird zusammen mit Stückliste, 3D-Modell und Dokumenten je Maschine im Online-Ersatzteilkatalog proquodo parts veröffentlicht. Jede Produktversion ist unveränderlich, jede Maschine sieht genau ihre Revision – und dieselbe Quelle liefert das druckbare PDF.

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FAQ

Häufige Fragen

Ist eine digitale Betriebsanleitung nach Maschinenverordnung erlaubt?

Ja. Ab dem 20. Januar 2027 dürfen Betriebsanleitungen digital bereitgestellt werden, wenn der Zugang angegeben ist, die Anleitung herunterladbar und druckbar ist und mindestens 10 Jahre online verfügbar bleibt.

Muss ich trotzdem Papier liefern?

Nur auf Verlangen des Käufers beim Kauf – dann kostenlos – und bei Maschinen für nicht-gewerbliche Nutzer für die wesentlichen Sicherheitsinformationen.

Reicht ein QR-Code auf der Maschine?

Ein QR-Code ist eine gute Lösung, um den Zugang anzugeben. Entscheidend ist, dass er dauerhaft funktioniert und direkt zur Anleitung der jeweiligen Maschine und Version führt.

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